Unsere Malawi Reise — Rückblick

Unser Digital Library Projekt nimmt Fahrt auf. In den letzten vier Wochen in Malawi haben Freddy und ich alle drei Projektschulen besucht. Wir haben uns mit Schülern und Lehrern zusammengesetzt und mit allen Beteiligten gesprochen. Dabei sind viele neue Ideen und Ansätze entstanden.

Die gemeinsame Vorbereitung war der Hintergrund dieser ersten Reise. Es ging darum, die Digital Library vorzustellen und den Menschen ein Bild von der Technik und den Möglichkeiten zu geben. Gemeinsam ging es dann ans Brainstorming: Ideen zum Einsatz, dem Inhalt und der Umsetzung der Digital Library wurden entwickelt. Schüler, Lehrer, Schulleiter und Stammesoberhaupt waren dabei. Jeder hat Ideen einbringen und mitgestalten können. Es wurde eifrig diskutiert und geplant. Wie kann man mit den Stromausfällen umgehen? Welche Inhalte werden benötigt? Alle Ideen und Pläne fassen wir nun zusammen. Ab Januar setzen wir sie um.

Auch die Testdurchläufe der Digital Library haben gezeigt: Der Ansatz stimmt, die Schüler sind begeistert! Schüler kommen zu uns und bedanken sich und erzählen, dass sie es kaum erwarten können, bis die Digital Library an ihrer Schule installiert wird. Sie wollen mehr erfahren, mehr lernen.

Nach unserer Zeit an den Schulen ging es in die Hauptstadt. Hier trafen wir uns mit Personen und Organisationen aus der Entwicklungszusammenarbeit und dem Bildungsbereich. Dazu zählten die deutsche Botschaft, GIZ, KFW sowie UNICEF, die schon seit vielen Jahren in Malawi aktiv sind. Am Ende haben wir sogar noch kurzfristig ein Meeting am Bildungsministerium gehabt. So einen „innovativen Ansatz braucht es“. „Der Bedarf ist enorm“ heißt es.

Nun sind wir voller Tatendrang zurück am Center for Advanced Internet Studies in Bochum. Jetzt heißt es für uns in den nächsten Monaten Technik und Inhalte vorbereiten, pädagogisches Konzept zusammenstellen und Sponsoren finden.

Testdurchlauf

Heute ging es mit den Mädchen der St. Mary Girls‘ Secondary School zur Sache.  Mit einer Gruppe von zufällig ausgewählten Schülerinnen stellten wir gemeinsam eine Unterrichtsstunde nach, wie sie schon sehr bald aussehen könnte: Die erste „Digital Library Lesson“.

Nach einer Einführung, bewegten sich die Mädchen nach kürzester Zeit wie selbstverständlich durch die Inhalte der Digital Library. Sie suchten nach der Geschichte des antiken Ägyptens, schauten Videos zum Aufbau des Periodensystem, bauten ihren eigenen virtuellen Stromkreislauf und vieles vieles mehr. Kurzerhand wurden die Hefte ausgepackt, um Notizen zu machen und das Neugelernte festzuhalten. „Das Lernen wir gerade in Biologie“. Immer wieder hörte man Lachen und Staunen. Am Ende wollten sie gar nicht mehr aufhören und die PCs ausschalten.

Es geht los — 1. Projektreise

Die erste vorbereitende Reise unseres Digital Library Projekts steht bevor. In den kommenden drei Wochen werden wir die drei Projektschulen besuchen und mit allen Beteiligten — Lehrer*innen wie Schüler*innen — ein pädagogisches Konzept erarbeiten. Dieses Konzept wird die Installation der Digital Libraries im Januar begleiten und sie in den Schulalltag integrieren. Der gemeinsame Ansatz ist uns besonders wichtig. Er ist eine Voraussetzung für Nachhaltigkeit.

Innovative Ideen für Afrikas Zukunft — Event am Wirtschaftsministerium

Das Wirtschaftministerium lud am 26. Oktober 2017 Jungunternehmen und Innovatoren aus Deutschland und Afrika zur „Start-up Night! Africa“ nach Berlin ein. Deutschlands Bundeswirtschaftminsterin Brigitte Zypries war Schirmherrin. In ihrem Grußwort betonte sie das große Potential Afrikas und die Chance von innovativen Ideen, dieses zu nutzen.

Nach sehr spannenden Vorträgen, haben wir mit anderen Projekten Ideen und Erfahrungen ausgetauscht.  Dabei sind wir auch mit Brigitte Zypries in Gespräch gekommen. Sie hatte gute Anregungen und freute sich als Darmstädterin über den darmstädter Hintergrund des „Digital Library“-Projekts.

Foto @Wirtschaftsforum

Besuch aus Malawi: Bischof Martin Mtumbuka

Wir hatten heute die Ehre, Martin Mtumbuka, Bischof der Diözese Karonga, am CAIS willkommen zu heißen. Als Träger zweier Projektschulen — der Chaminade Secondary School und der St. Mary’s Secondary School —  ist er ein zentraler Partner für die Planung und Durchführung des Digital Library Projekts in Malawi. Deshalb hat es uns heute umso mehr gefreut, das Projekt in seinen Einzelheiten mit ihm besprechen und ausarbeiten zu können. Als wir Bischof Martin einige Inhalte der Digital Library vorführten, war er hellauf begeistert.  Nachdem er die Simulationen für den Chemie- und Physikunterricht selbst ausprobiert hat, meinte er sogar lachend, er wäre selbst wieder gerne in der Schule. Hinsichtlich der Integration der Technik in den Unterricht hatte er noch einige Anregungen und Ideen, die wir in das Konzept aufnehmen. Letztendlich schlug er uns sogar vor, das Projekt — über die aktuellen Projektschulen hinaus — auf noch weitere Schulen seiner und der benachbarten Diözese auszuweiten; der Bedarf sei da. 

Nach einem so regen und fruchtbaren Austausch ließen wir den produktiven Tag bei einem gemütlichen Dinner mit Diskussionen über unsere Länder, die Politik und das Leben ausklingen. In zwei Wochen werden wir Bischof Martin in Karonga  selbst besuchen. Wir freuen uns drauf!

Offen, ehrlich, transparent — unser Ansatz

Durch jegliche Form der Unterstützung — ob finanziell, sachlich oder auch immateriell — wird Vertrauen in uns und unser Projekt gesetzt. Dieser Verantwortung möchten wir gerecht werden. Deshalb ist Transparenz für uns wesentlich.

Die transparente Darstellung unserer Finanzen erreichen wir durch eine jährliche Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben sowie einer Vermögensübersicht mit Nachweisen über Bildung und Entwicklung der Rücklagen. All dies können Sie (sobald vorhanden) auf unserer Webseite einsehen.

Wir wollen, dass Sie sehen, was mit Ihrem Geld passiert und was wir mit unserem Projekt wirklich erreichen. Deshalb werden wir neben unseren Finanzen auch die Projektergebnisse auf unserer Webseite genau aufführen. Hierzu dient ein jährlicher Tätigkeitsbericht. Auch die explorative Evaluation, die wir als Teil unseres Aufenthaltes am Center for Advanced Internet Studies durchführen, soll in dieser Weise Ergebnisse festhalten. Darüber hinaus hilft die Auswertung des Projekts dabei, es weiterzuentwickeln und über die Pilotschulen hinauszutragen.

Wir sind dabei: Tag der offenen Tür am CAIS

Heute haben wir unser Projekt der Digital Libraries am CAIS (Center for Advanced Internet Studies) vorgestellt. Am CAIS werden die politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Begleiterscheinungen des Internets und der Digitalisierung erforscht. Hier soll die digitale Zukunft aktiv mitgestaltet werden. Wenn unser Antrag auf ein Fellowship angenommen wird, werden wir hier ab September die verschiedenen Bausteine unseres Projekts (Implementierung der Technik, pädagogisches Konzept und Evaluation des Projekts) erarbeiten. Und die Chancen stehen gut, wie sich Professor Baurmann gegenüber der WAZ (siehe Artikel unten) äußerte.

Zur Vorstellung unserer Arbeit haben wir zwei Plakate gestaltet:

Poster zum Hauptprojekt: Digital Libraries für Malawi
Poster zum Hauptprojekt: Digital Libraries für Malawi
Poster zur Ersten Projektphase (Juli 2016)
Poster zur Ersten Projektphase (Juli 2016)

Mehr zum Tag der offenen Tür:
https://www.waz.de/staedte/bochum/am-cais-werden-die-auswirkungen-des-internets-auf-die-gesellschaft-erforscht-id211384557.html#

Global Citizen Festival: „hochwertige Bildung für alle Kinder und Jugendlichen“

Am Vorabend des G20-Gipfels in Hamburg wird auf dem Global Citizen Festival mehr globale Verantwortung gefordert. Neben den Moderatoren Barbara Schöneberger, Elyas M′Barek und Florian David Fitz, waren auch Herbert Grönemeyer, Coldplay mit Shakira, Ellie Goulding, Pharrell Williams und Andreas Bourani auf der Bühne. Auch der kanadischen Premierminister Justin Trudeau, Norwegens Premierministerin Erna Solberg und der argentinischen Präsidenten Mauricio Macri waren als Gäste anwesend. Das Ziel der Global Citizen Bewegung ist „extreme Armut auf der Welt bis 2030 zu beenden und gemeinsam eine bessere und gerechtere Welt für alle zu schaffen.“¹ Zu ihren Hauptforderungen gehört  vor allem auch „eine hochwertige Bildung für alle Kinder und Jugendlichen“.²

In diesem Zusammenhang machte  Erna Solberg, Norwegens Ministerpräsidentin, in einem Gastbeitrag in der Zeitschrift DIE WELT auf die Bedeutung von Bildung aufmerksam:

„Investitionen in Prävention sind auch der Grund, warum meine Regierung die globale Bildung zu einer Schwerpunktaufgabe macht – vor allem die Bildung von Mädchen. Unseren Kindern und Jugendlichen eine Ausbildung zu geben kostet viel weniger, als es uns letztlich kosten würde, untätig zu bleiben. Deshalb müssen wir Bildung jetzt in den Fokus rücken. Aus diesem Grund habe ich zusammen mit Indonesien, Chile und Malawi die Education Commission gegründet. […] Wenn alle Kinder die Schule mit Lesekompetenzen verließen, würden die weltweiten Armutsquoten um zwölf Prozent sinken. […] Jetzt müssen den Worten auch Taten folgen.

Wir alle werden Gewinner sein, wenn wir die SDGs [Sustainable Development Goals] erreichen. An den notwendigen Ressourcen dafür mangelt es nicht. Das Ende von Armut, Hunger und Analphabetismus bei Kindern ist zum Greifen nahe. Die Staats- und Regierungschefs der Welt müssen es nur in die Tat umsetzen.“³


  1. https://www.globalcitizen.org/de/content/was-ist-global-citizen/, abgerufen am 07.07.2017
  2. https://www.globalcitizen.org/de/content/global-citizen-hamburg-g20-beeinflussen/, abgerufen am 07.07.2017
  3. https://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article165476353/Darum-kommen-wir-gern-zum-G-20-Gipfel.html,  abgerufen am 07.07.2017