Es geht wieder los: zweite Projektreise 

Es ist so weit: in drei Tagen sind wir wieder in Malawi. Dieses Mal heißt es, in die Tat umsetzen, was wir nun schon seit mehr als einem Jahr vorbereiten. Es geht richtig los: Workshops für Lehrer und Schüler, Installation der Digital Library und Integration in den Unterricht. Wir sind total gespannt!

Mwawi unser Projektmanager

Mwawi Shaba ist unser Mann in Malawi. Er unterstützt uns bei den Schulungen, der Organisation vor Ort und ist Ansprechpartner bei technischen Problemen. Er ist 34 Jahre alt und hat in Irland Entwicklungszusammenarbeit studiert (Masters in Development Studies). In Malawi aufgewachsen und ansässig kennt er das malawische Schulsystem und war sogar selbst als Lehrer aktiv. Als Projektmanager ist er ein wichtiger Garant für die Nachhaltigkeit.

Freddy und Niels — die Initiatoren

Wer seid ihr eigentlich?
Wir heißen Niels (links) und Freddy (rechts). Wir sind ein Team, wir sind Freunde, wir haben zusammen unser Abitur gemacht. Gemeinsam möchten wir uns für eine bessere Bildung in Malawi einsetzen. Dafür arbeiten wir intensiv seit September 2017  sowohl in Deutschland als auch in Malawi vor Ort an unserem Digital-Library-Projekt. Als Fellows des Center for Advanced Internet Studies (CAIS) in Bochum haben wir die Möglichkeit uns so voll und ganz dem Projekt zu widmen.

Wie seid ihr zu dem Projekt gekommen?
Im Sommer 2016 haben wir die malawische Partnerschule (Chaminade Secondary School) unseres ehemaligen Gymnasiums (Edith-Stein-Schule Darmstadt) besucht. Wir wollten nicht nur Urlaub machen, sondern gemeinsam mit den Lehrern und Schülern vor Ort ein Projekt angehen. Aus dem Kontakt mit der Schule wussten wir bereits, dass ihr ein grundlegender Zugang zu Bildungsmaterialien fehlt und auch Internet nur begrenzt verfügbar ist. So ist die Idee entstanden Offline-Wissensdatenbanken zu entwickeln. Die erste Projektphase war ein riesen Erfolg. Das hat uns beide motiviert, das Projekt auszubauen und ihm einen organisatorischen Rahmen zu geben. So kam es Ende 2016 zur Gründung des Vereins Next Generation Africa, der dieses Jahr offiziell in Vereinsregister aufgenommen wurde.

Unsere Malawi Reise — Rückblick

Unser Digital Library Projekt nimmt Fahrt auf. In den letzten vier Wochen in Malawi haben Freddy und ich alle drei Projektschulen besucht. Wir haben uns mit Schülern und Lehrern zusammengesetzt und mit allen Beteiligten gesprochen. Dabei sind viele neue Ideen und Ansätze entstanden.

Die gemeinsame Vorbereitung war der Hintergrund dieser ersten Reise. Es ging darum, die Digital Library vorzustellen und den Menschen ein Bild von der Technik und den Möglichkeiten zu geben. Gemeinsam ging es dann ans Brainstorming: Ideen zum Einsatz, dem Inhalt und der Umsetzung der Digital Library wurden entwickelt. Schüler, Lehrer, Schulleiter und Stammesoberhaupt waren dabei. Jeder hat Ideen einbringen und mitgestalten können. Es wurde eifrig diskutiert und geplant. Wie kann man mit den Stromausfällen umgehen? Welche Inhalte werden benötigt? Alle Ideen und Pläne fassen wir nun zusammen. Ab Januar setzen wir sie um.

Auch die Testdurchläufe der Digital Library haben gezeigt: Der Ansatz stimmt, die Schüler sind begeistert! Schüler kommen zu uns und bedanken sich und erzählen, dass sie es kaum erwarten können, bis die Digital Library an ihrer Schule installiert wird. Sie wollen mehr erfahren, mehr lernen.

Nach unserer Zeit an den Schulen ging es in die Hauptstadt. Hier trafen wir uns mit Personen und Organisationen aus der Entwicklungszusammenarbeit und dem Bildungsbereich. Dazu zählten die deutsche Botschaft, GIZ, KFW sowie UNICEF, die schon seit vielen Jahren in Malawi aktiv sind. Am Ende haben wir sogar noch kurzfristig ein Meeting am Bildungsministerium gehabt. So einen „innovativen Ansatz braucht es“. „Der Bedarf ist enorm“ heißt es.

Nun sind wir voller Tatendrang zurück am Center for Advanced Internet Studies in Bochum. Jetzt heißt es für uns in den nächsten Monaten Technik und Inhalte vorbereiten, pädagogisches Konzept zusammenstellen und Sponsoren finden.

Testdurchlauf

Heute ging es mit den Mädchen der St. Mary Girls‘ Secondary School zur Sache.  Mit einer Gruppe von zufällig ausgewählten Schülerinnen stellten wir gemeinsam eine Unterrichtsstunde nach, wie sie schon sehr bald aussehen könnte: Die erste „Digital Library Lesson“.

Nach einer Einführung, bewegten sich die Mädchen nach kürzester Zeit wie selbstverständlich durch die Inhalte der Digital Library. Sie suchten nach der Geschichte des antiken Ägyptens, schauten Videos zum Aufbau des Periodensystem, bauten ihren eigenen virtuellen Stromkreislauf und vieles vieles mehr. Kurzerhand wurden die Hefte ausgepackt, um Notizen zu machen und das Neugelernte festzuhalten. „Das Lernen wir gerade in Biologie“. Immer wieder hörte man Lachen und Staunen. Am Ende wollten sie gar nicht mehr aufhören und die PCs ausschalten.

Es geht los — 1. Projektreise

Die erste vorbereitende Reise unseres Digital Library Projekts steht bevor. In den kommenden drei Wochen werden wir die drei Projektschulen besuchen und mit allen Beteiligten — Lehrer*innen wie Schüler*innen — ein pädagogisches Konzept erarbeiten. Dieses Konzept wird die Installation der Digital Libraries im Januar begleiten und sie in den Schulalltag integrieren. Der gemeinsame Ansatz ist uns besonders wichtig. Er ist eine Voraussetzung für Nachhaltigkeit.

Innovative Ideen für Afrikas Zukunft — Event am Wirtschaftsministerium

Das Wirtschaftministerium lud am 26. Oktober 2017 Jungunternehmen und Innovatoren aus Deutschland und Afrika zur „Start-up Night! Africa“ nach Berlin ein. Deutschlands Bundeswirtschaftminsterin Brigitte Zypries war Schirmherrin. In ihrem Grußwort betonte sie das große Potential Afrikas und die Chance von innovativen Ideen, dieses zu nutzen.

Nach sehr spannenden Vorträgen, haben wir mit anderen Projekten Ideen und Erfahrungen ausgetauscht.  Dabei sind wir auch mit Brigitte Zypries in Gespräch gekommen. Sie hatte gute Anregungen und freute sich als Darmstädterin über den darmstädter Hintergrund des „Digital Library“-Projekts.

Foto @Wirtschaftsforum

Besuch aus Malawi: Bischof Martin Mtumbuka

Wir hatten heute die Ehre, Martin Mtumbuka, Bischof der Diözese Karonga, am CAIS willkommen zu heißen. Als Träger zweier Projektschulen — der Chaminade Secondary School und der St. Mary’s Secondary School —  ist er ein zentraler Partner für die Planung und Durchführung des Digital Library Projekts in Malawi. Deshalb hat es uns heute umso mehr gefreut, das Projekt in seinen Einzelheiten mit ihm besprechen und ausarbeiten zu können. Als wir Bischof Martin einige Inhalte der Digital Library vorführten, war er hellauf begeistert.  Nachdem er die Simulationen für den Chemie- und Physikunterricht selbst ausprobiert hat, meinte er sogar lachend, er wäre selbst wieder gerne in der Schule. Hinsichtlich der Integration der Technik in den Unterricht hatte er noch einige Anregungen und Ideen, die wir in das Konzept aufnehmen. Letztendlich schlug er uns sogar vor, das Projekt — über die aktuellen Projektschulen hinaus — auf noch weitere Schulen seiner und der benachbarten Diözese auszuweiten; der Bedarf sei da. 

Nach einem so regen und fruchtbaren Austausch ließen wir den produktiven Tag bei einem gemütlichen Dinner mit Diskussionen über unsere Länder, die Politik und das Leben ausklingen. In zwei Wochen werden wir Bischof Martin in Karonga  selbst besuchen. Wir freuen uns drauf!

Fellowship am CAIS

Center for Advanced Internet Studies (CAIS) in Bochum

Nachdem wir im Frühjahr auf das CAIS (Center for Advanced Internet Studies) in Bochum aufmerksam geworden sind,  haben wir einen Antrag auf ein Fellowship eingereicht. Dieser Antrag wurde heute angenommen.

„Das CAIS hat das Ziel, an der verantwortlichen Gestaltung des durch die Digitalisierung ausgelösten sozialen, politischen und wirtschaftlichen Wandels aktiv mitzuwirken und den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern.“ (Quelle: www.cais.nrw)

In diesem Rahmen werden wir im kommenden Jahr als Fellows zwischen Bochum und Malawi an dem Projekt der Digital Libraries arbeiten.  Wir freuen uns und sind gespannt!