Das Hauptprojekt

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Digital Libraries für Malawi 

Poster zum Hauptprojekt: Digital Libraries für Malawi
Poster zum Hauptprojekt: Digital Libraries für Malawi. Gestaltet für den Tag der offenen Tür des CAIS.

Unser Hauptprojekt der „Digital Libraries“  will durch den Einsatz digitaler Medien in Schulen zur Verbesserung und Erweiterung des Bildungszugangs der Jugend in Malawi beitragen. Die Zusammenarbeit erfolgt mit drei malawischen Pilotschulen:

– der Chaminade Secondary School — ein Jungeninternat in Karonga,
– der St. Mary´s Secondary School — ein Mädcheninternat in Karonga sowie
– der Eswazini Community Day Secondary School in Mzimba.

Das Tor zur Chaminade Secondary School
Das Tor zur Chaminade Secondary School

Bei den ersten beiden Schulen handelt es sich um kirchlich getragene Internate. Letztere hingegen ist eine staatliche Day School.  Dabei ist der Bischof Karongas, Martin Anwel Mtumbuka, ein wichtiger Ansprechpartner. Sein Bistum ist Träger der beiden Internate.

Die Schulen sind zumeist mangelhaft ausgestattet. Sie verfügen kaum über aktuelle Unterrichts-materialien oder gar Bibliotheken (lediglich an der Chaminade Secondary School gibt es eine veraltete Bücherei), die den Bedürfnissen von Lernenden und Lehrenden gerecht werden. Wie kann man diese Bildungssituation nun verbessern? Das digitalisierte Zeitalter bietet neue Möglichkeiten, auf die Herausforderungen einzugehen und den Zugang zu Wissen und Bildung auszuweiten. Die Fragestellung, die unserem Projekt zugrunde liegt, lautet somit, wie — vor dem Hintergrund der prekären Situation an den malawischen Schulen — digitale Medien nachhaltig zur Verbesserung des Bildungszugangs beitragen können.

Schüler in der Bibliothek
Die Bücher der Bibliothek sind veraltet und in schlechtem Zustand
Die Implementierung von Digital Libraries

Da die genannten Schulen meist über keine oder nur eine sehr schlechte Internetverbindung verfügen, soll die Verbesserung des Zugangs zu Wissen und Informationen durch sogenannte offline nutzbare Digital Libraries erreicht werden. Diese können einerseits als Quelle, also zum Abruf von Informationen, dienen (beispielsweise durch frei verfügbare Offline-Wikis) und andererseits durch eigene Beiträge selbstbestimmt ergänzt werden. Damit ist das Konzept vergleichbar mit einer digitalen Bibliothek. Die dazu verwendete Technik sollte in Anbetracht der Gegebenheiten vor Ort verständlich, einfach bedienbar, leicht zu warten, robust, energieeffizient und kostengünstig sein, sodass sie langfristig genutzt werden kann. Eine solche Technik nennt sich „Low-Tech“. Hierbei können u.a. Einplatinencomputer wie der Raspberry Pi zum Einsatz kommen, die bereits in einigen europäischen Ländern (hauptsächlich in Großbritannien) als Bildungscomputer verwendet werden. Der Raspberry Pi wurde sogar gezielt als Computer für das Lernen entwickelt.¹

Raspberry Pi wird an der Chaminade School eingerichtet
Raspberry Pi wird an der Chaminade School eingerichtet

Sein Einsatz im ersten Projekt an der Chaminade Secondary School im Sommer 2016 zeigt exemplarisch die Implementierung der Digital Libraries auf: Die Schule verfügte zum Zeitpunkt des Besuchs über einen gespendeten Computerraum, der jedoch aufgrund der fehlenden Internetanbindung und den Befall der PCs mit Viren nicht genutzt wurde. Von der vorhandenen Hardware des Computerraums sollte Gebrauch gemacht werden. Dafür wurden die PCs zunächst so eingerichtet, dass sie untereinander vernetzt waren und anschließend mit einem mitgebrachten Raspberry Pi verbunden. Auf diesem befanden sich eine Reihe von verschiedenen Wikis (Wikipedia, Wikibooks, Wikispecies, Wikinews, Wikiquote, etc.). Die Computer konnten nun auf die Inhalte des Einplatinencomputers zugreifen und der Computerraum für Recherchearbeit genutzt werden.

Computerraum
Die Computer konnten nun zur Recherchearbeit genutzt werden

  1. Jose Vilches: Interview with Raspberry’s Founder Eben Upton. In: TechSpot. 22. Mai 2012, abgerufen am 27. Mai 2017