Das Hauptprojekt

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Eine „Digital Library“ wird somit aus einer Ansammlung digitaler Inhalte (E-Books, digitale Nachrichten, digitale Enzyklopädien, Bilddateien, Audiodateien und Filme) gebildet, die über einen Computer bereitgestellt werden und von Benutzer*innen durch einzelne Endgeräte (bspw. Computer, Handy, Tablet etc.) abrufbar sind. Bei den Digital Libraries, die wir in den Pilotschulen einrichten wollen, sollen zunächst vor allem Offline-Wikis enthalten sein. Lernende und Lehrende können diese im sowie außerhalb des Unterrichts zur Recherche und Fortbildung nutzen. Endgeräte können in diesen Fällen sowohl eigene technische Endgeräte (wie bspw. Smartphones) als auch schuleigene Geräte (wie bspw. in IT-Labs und Computerräumen) sein.

Recherche am Smartphone: Gehirn
Recherche am Smartphone: Gehirn

Zusätzlich soll für Lernende und Lehrende eine Möglichkeit geschaffen werden, eigene Materialien und Informationen in den Digital Libraries abzuspeichern. Über das reine Konsumieren hinaus können sie so selbst zu Produzenten werden. Die Digital Libraries könnten dann zunehmend auch aus selbsterstellten Anteilen bestehen.

Schüler referiert über Flagge
Schüler referiert über die Entstehung der Flagge Malawis

Langfristig soll das Projekt — im Sinne der Subsidiarität — von den Schulen autonom weitergeführt werden. So kommt das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ zum Tragen. Beim beschriebenen ersten Projekt hat sich gezeigt, dass ein längerfristig angelegtes pädagogisches Konzept fehlte. Deshalb soll der Einsatz der digitalen Medien an den malawischen Schulen mit einem pädagogischen Konzept einhergehen, das den Schüler*innen den verantwortungsvollen Gebrauch der Technik und digitaler Quellen vermittelt sowie zur eigenständigen Benutzung befähigt.

Die Begleitung durch ein pädagogisches Konzept
Niels und Freddy in einer Diskussionsrunde zum Raspberry Pi
Niels und Freddy in einer Diskussionsrunde zum Raspberry Pi

Schüler*innen sollen über das Konsumieren hinaus ein Verständnis für die Funktionsweise der Technik und die Verantwortung, die mit der Benutzung einhergeht, entwickeln. Die Förderung der digitalen Mündigkeit ist Kerninteresse des pädagogischen Konzepts, das es auszuarbeiten gilt. Digitale Mündigkeit beschreibt dabei die Kompetenz, „selbstbestimmt digitale Plattformen zu nutzen, unerwünschte Risiken zu vermeiden, einen angemessenen Umgang zu pflegen und (ihre) Interessen auf konstruktive Weise zu verfolgen.“¹ Das Konzept soll die Vermittlung folgender Kernpunkte beinhalten:

– Grundlagen im Gebrauch von Computern (Benutzung der Tastatur, Nutzung einzelner Programme wie bspw. Word, Umgang mit Passwörtern, etc.)
– Nutzung des PC als ein Arbeitsmittel zur Wissens- und Weiterbildung in und außerhalb des Unterrichts
– Recherchearbeit
– Kritischer Umgang mit Quellen und Informationen aus dem Internet
– Viren und Virenschutz

Recherche mit einem Smartphone
Recherche mit einem Smartphone

Dieses Konzept muss in Kooperation mit den Schüler*innen, vor allem aber den Lehrer*innen der Pilotschulen ausgearbeitet werden, da nur sie echte Expertise zu Pädagogik und Lehrkonzepten in Malawi bieten können.

Das pädagogische Konzept soll die Nachhaltigkeit der Projektarbeit sichern. Dies kann beispielsweise durch die Gründung einer Computer-AG gewährleistet werden. Während und nach der Implementierung der Digital Libraries soll das pädagogische Konzept über mehrere Wochen die Benutzung begleiten. Danach soll das pädagogische Konzept durch die Lehrkräfte der Schulen übernommen werden.


  1. http://www.cmgt.uni-leipzig.de/projekte/digitale_muendigkeit.html, abgerufen am 27. Mai 2017