Geschichte

Zuwurufu-Bridge, Rhumpi

Unsere Geschichte

Anfang 2016 hatten wie die Idee, afrikanischen Schulen mit Offline-Miniservern zu unterstützen. Die kam nicht von ungefähr. In Hessen war die Digitalisierungsstrategie an den Schulen in aller Munde – und unsere erste Projektschule, die Chaminade Secondary School, konnte ihren Schülern weder ausreichend aktuelles Lehrmaterial noch ihren LehrerInnen Internetzugang anbieten.

Im Sommer reisten wir dann mit dem ersten Prototypen der LibraryBox nach Malawi. Vor Ort stellte sich das Modell als sehr erfolgversprechend heraus. Das zeigte sich vor allem durch die Rückmeldung der LehrerInnen und SchülerInnen: Sie waren begeistert. Ein Lehrer sagte uns sogar, dass er sich nun ‚endlich wieder fortbilden‘ könne. Motiviert von diesen bleibenden Eindrücken und dem begeisternden Feedback des ersten Projektes, wollten wir unseren Ansatz, der noch in den Kinderschuhen steckte, weiter entwickelten und in einem Pilotprojekt erproben. Zurück in Deutschland erfolgte deshalb die Gründung des Vereins Next Generation Africa, um dem Projekt einen organisatorischen Rahmen zu geben. 

Das Projekt nimmt Fahrt auf

Im Sommer 2017 ermöglichte uns der moderne Ansatz unseres Digital-Library-Projekts ein Fellowship am Center for Advanced Internet Studies (CAIS) in Bochum. Als Forschungskolleg versetzte uns das CAIS in die Lage, uns zu 100% dem Projekt zu widmen und es im Austausch mit Fachleuten aus Informatik, Entwicklungszusammenarbeit und Pädagogik aufs nächste Level zu bringen. Das folgende Jahr verbrachten wir somit zwischen Malawi und dem Ruhr-Pott, um ein Pilotprojekt zu konzipieren, umzusetzen und es begleitend wissenschaftlich zu evaluieren. Während dieser Zeit ist ein umfassendes pädagogisches und soziales Konzept entstanden, das in engem Kontakt mit den Lehrenden vor Ort erarbeitet wurde. Es integriert die Digital Libraries in den täglichen Unterricht und verankert sie in der Community. So wird die Nachhaltigkeit unserer Maßnahmen gewährleistet.

Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort und mit finanzieller Unterstützung des Landes Hessen, setzen wir das Projekt an unseren drei Pilotschulen um: 

  • Chaminade Boy’s Secondary School (Jungeninternat in Karonga)
  • St. Mary Girl’s Secondary School (Mädcheninternat in Karonga) 
  • Eswazini Community Day Secondary School (gemischte Tagesschule in Mzimba). 

Insgesamt kommen diese drei Schulen auf mehr als 1.400 Schüler und Schülerinnen, die im Alter von 13 bis 18 Jahren sind. Die Schulen haben kaum Bücher und kein Equipment für den naturwissenschaftlichen Unterricht. Das erschwerte das Unterrichten und Lernen erheblich. Auch der Zugang zum Internet ist oft nicht gegeben beziehungsweise nur mit starken Einschränkungen möglich. Das hatten wir vor Ort selbst erlebt. Heute können die SchülerInnen und LehrerInnen dieser drei Schulen mithilfe der Digital Library mit vielfältige Bildungsinhalten lernen und lehren – ganz unabhängig vom lokalen Internet. 

Mit der begleitenden Evaluation analysierten wir Projekt umfänglich. das ist besonders wichtig, um wirklich dem Bedarf der Menschen vor Ort gerecht zu werden und unser Konzept langfristig zu verbessern. Die Ergebnisse der Evaluation zeigten den Erfolg des Projekt und auch an welchen Stellen wir noch arbeiten können. Nach dem Pilotprojekt ging es somit an die Verbesserung der Digital Library, die Weiterentwicklung unseres pädagogischen und sozialen Konzepts, sowie die Erstellung von weiteren Inhalten – angepasst an den lokalen Lehrplan. 

In Malawi angekommen

Mittlerweile arbeiten wir mit unseren malawischen Partnern daran, dass noch mehr Schulen von der Digital Library profitieren können. Diese enge Zusammenarbeit mit Organisationen und Menschen vor Ort ist uns besonders wichtig: Wir glauben, dass unser Projekt nur langfristig wirken kann, wenn es von MalawierInnen für MalawierInnen ist. Gemeinsam entwicklen wir unser Projekt ständig weiter. Wir verbessern kontinuierlich die Technik, erstellen neue Inhalte und dringen in neue blinden Flecken der Internetlandkarte vor. Sodass Kinder – auch in den abgelegensten Gebieten Afrikas – Zugang zu Bildung haben.

Über Grenzen hinaus

Heute beschränken wir uns nicht mehr nur auf Malawi, sondern wollen mit unserer Idee über Landesgrenzen hinaus Bildung fördern. Unser Ziel ist dabei, andere Projekte und Vereine mit unserer Technik und unserem Know-how zu unterstützen. 2018 ging es in Burundi los. Und seit 2019 sind wir offen für Anfragen aus aller Welt.

In Malawi kooperieren die teilnehmenden Schulen miteinander und tauschen Lehrmaterialien aus. Diesen Bildungsaustausch möchten wir über Grenzen hinaus fördern – auch mit Deutschland. Das verschafft nicht nur Einsichten in die unterschiedlichen Lehrpläne, sondern fördert auch den interkulturellen Austausch sowie die Vermittlung von Themen „über den Tellerrand“ hinaus. Es hilft dabei, das Bewusstsein von SchülerInnen für den Kontinent Afrika und seine Lage zu schärfen.